Als Kathrin Eftekhari im Frühjahr 1998 ihr Abitur an der Marienschule absolviert, weiß zu diesem Zeitpunkt noch niemand, dass sie 15 Jahre später eine weltweit gefeierte Musikerin sein wird: „Sie hat damals super gesungen, aber mit keiner Idee wäre ich darauf gekommen, dass Kathrin diese Karriere machen wird“, sagt ihre ehemalige Musiklehrerin Pia Koch bei einem Wiedersehen in der Marienschule. Kathrin nennt sich mittlerweile Kaye-Ree – unter diesem Künstlernamen hat sie gerade ihr zweites Album veröffentlicht und weltweit erfolgreiche Auftritte absolviert. So stand sie unter anderem mit Reamonn, Stevie Wonder oder Paul Carrack auf der Bühne – und dieser Tage im Mittelpunkt eines Filmporträts, das der Hessische Rundfunkt (hr) dreht.

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Die Dreharbeiten – unter anderem am Samstag bei einem Konzert in Wiesbaden und am Sonntag in Limburg – führten die sympathische Sängerin mitsamt des hr-Teams in die Marienschule, wo ihre musikalische Karriere begann. Gleich in drei Marienschul-Musicalproduktionen war sie zunächst als Tänzerin, später dann als Sängerin und Choreographin aktiv, wie sich Pia Koch, die in den 90er Jahren die Musical-AG der Schule leitete, gerne zurück erinnert. „Während Kathrin in ihrem ersten Musical nur eine kleine Gesangsrolle hatte, übernahm sie in der West-Side-Story mit der Figur der Maria eine Hauptrolle – und begeisterte damit das Publikum.“

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Gemeinsam mit Pia Koch blättert die Sängerin durch Fotoalben der damaligen Musicalproduktionen, immer im Visier der hr-Kamera. In der Aula erinnern sich Musiklehrerin und ihre ehemalige Schülerin an die Musical-Proben, die beeindruckenden Aufführungen, aber auch, dass Kunst der Leistungskurs von Kaye-Ree war: „In der Schulzeit hatte ich noch nicht geplant, professionell Musik zu machen. Da ich künstlerisch interessiert war, besuchte ich den Kunst-Tutorenkurs von Franz Velten…“, erzählt die Musikerin vor laufender Kamera. An die Schulzeit erinnert sie sich gerne zurück, viele gute Erfahrungen habe sie in der Marienschule machen können, nicht nur bei den Musicals. Insofern war es für sie selbstverständlich, dass ein Teil des Porträts in der Schule gedreht werden musste – und auch Pia Koch darin eine Rolle spielen sollte.

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Bis sie dann professionell ins Musikgeschäft eingestiegen ist, sollten noch ein paar Jahre vergehen. Auf der Zugfahrt von ihrem damaligen Studienort Gießen nach Frankfurt lernte sie einen persischen Produzenten kennen, der sie ins Show-Business brachte – der Beginn einer steilen Karriere: Auch bei Gesangswettbewerben fiel ihre außergewöhnliche Stimme auf, sie gewann im Jahr 2003 bei mehreren Talent-Shows (u.a. bei Planet Radio) und bekam somit viele Jobs als Studiosängerin. Kaye-Ree drängte es jedoch, ihre eigenen Song-Texte zu schreiben und zu singen. 2009 erschien ihr Debut-Album „Endless Melody“, über das auf ihrer Homepage (www.kaye-ree.com) zu lesen ist:

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„Selten hat ein Debütalbum in Deutschland so viel positive Resonanz bekommen -und das Genre-übergreifend. Denn für „Endless Melody“ erntete Kaye-Ree das Lob, mutig zwischen Soul, Folk, Pop und R&B neue Wege eingeschlagen, tiefschürfende Lyrics frei von den üblichen Klischees und Gemeinplätzen geschrieben und diese mit einer außergewöhnlich wandlungsfähigen Stimme von hohem Wiedererkennungswert interpretiert zu haben. Ihr natürliches Crossover-Potential belegen die CD-Kritiken in höchst unterschiedlichen Publikationen – von Jazzthetikund Jazzthingüber Westzeit und Piranha bis zu Stereoplay und Access All Areasin Print wie Netz. Repräsentative Rezensionen finden Sie auf der Website www.kaye-ree.com in der Rubrik „Reeview“. Riesenstimme, klasse Style, supersexy. Ausstrahlung, Attitüde und Aussage. Zeitgenössische Soulmusik. Wie ein Seelenzustand. Lasziv wie Sade, stimmgewaltig wie Pat Appleton und lässig wie Joy Denalane – „Das soll deutsch sein?!“ lautete der einmütige Tenor der Texte.“

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Auch das aktuelle Album „New Air“, 2013 veröffentlicht, begeistert die Kritiker – und Pia Koch, die die CD auf dem Weg zur Schule im Auto sehr gerne hört. Auch wenn sich Lehrerin und ehemalige Schülerin seit 15 Jahren nicht getroffen haben – aus den Augen bzw. Ohren verloren haben sie sich nie. Und so ist es eine rührende Szene, als Kaye-Ree vor laufender Kamera Pia Koch ein Album widmet. Die Begegnung in der Aula soll übrigens nicht die letzte gewesen sein, versprechen sich die beiden Musikerinnen: Kathrin Eftekhari sagt der begeisterten Pia Koch zu, noch in diesem Jahr ein Konzert in der Schule geben zu wollen – die Marienschule steht für Kaye-Ree selbstverständlich immer offen… (Fd)

Zu sehen ist der Beitrag über Kaye-Ree und Pia Koch am Donnerstag, 30. Januar, um 22.45 Uhr in der Sendung „Hauptsache Kultur“ im Hessischen Rundfunk.

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